„Wir werden also echt gebraucht“ - eine Betreuerin erzählt.

„Seit November 2016 bin ich im Einsatz für den Notmütterdienst in Hamburg. Für mich gibt  es keine sinnvollere Tätigkeit als junge Familien zu unterstützen. Ich habe es nicht eine Minute lang bereut, mich für diese Tätigkeit entschieden zu haben. 

Meine eigenen drei Kinder sind erwachsen. Wir wurden jahrelang sehr unterstützt von meinen Schwiegereltern (sie wohnten zwei Etagen über uns); nicht mit Geld, sondern mit Zeit, was uns sehr geholfen hat: wenn ein Kind, oder zwei oder alle drei krank waren, wenn alle Elternabende am selben Tag stattfanden, Hinbringen und Abholen von Kita, Schule, Kindergeburtstagen, Musikunterricht, Sport organisiert werden mussten, oder wenn ich selbst mal krank war oder eine Badewannenstunde für mich brauchte, weil es im Job an dem Tag so stressig war, waren sie da. Ab und zu braucht jeder mal Hilfe.

 

Klassische Großfamilien sind heute eine Seltenheit. Die Großeltern können oftmals nicht spontan einspringen, weil sie selbst noch arbeiten oder weit entfernt wohnen etc. Da ist der Notmütterdienst eine tolle Einrichtung. Wir werden nicht „geschickt“, sondern jede/r BetreuerIn sucht sich selbständig aus, welcher Einsatz gut zu ihm/ ihr passen könnte und macht ein Angebot, ob man den Einsatz komplett übernehmen kann oder in Teilen. Wir als BetreuerInnen wiederum werden kompetent, unkompliziert und äußerst zugewandt und herzlich betreut vom Team Hamburg. Wir (das gilt selbstverständlich auch für die Familien) können dort alles fragen und besprechen, was uns auf dem Herzen liegt, Positives und Negatives. 

 

Alle Menschen sind unterschiedlich, und nicht immer passt es so, wie man es sich als BetreuerIn oder natürlich auch als Familie wünscht oder vorgestellt hat. Natürlich suchen die Familien kein zusätzliches Familienmitglied - wir als BetreuerInnen sollten das stets im Kopf haben. Dass sich eine Familie in einer Not- und daher Stress-Situation und nicht im Entspannungs- oder Erholungsmodus befindet, wenn der Notmütterdienst um Unterstützung gebeten wird, ist auch klar. Es ist wichtig, das als BetreuerIn in jedem Einsatz zu berücksichtigen und zu wissen, dass Anspannung nicht uns gilt, sondern der jeweiligen Situation geschuldet ist. 

Inzwischen habe ich zahlreiche Familien unterstützt und kennengelernt -  und gespürt, wie gut es ihnen tut, dass jemand kommt, anpackt, was zu tun ist und auch mal einen Rat hat. Für mich hielt dieser Job schon viele Überraschungen bereit: “Meine“ derzeitige zauberhafte Familie hat mich neulich zu meinem Geburtstag überrascht, um nur eines von zahlreichen schönen unerwarteten Ereignissen zu nennen.  

Wir werden also echt gebraucht, und es bringt viel Freude, vor allem mit DEM Team, das uns den Rücken stärkt, wenn es mal schwierig wird. 

Wer auch immer die Idee hatte, diesen Verein zu gründen – eine rundum geniale Idee!“ 

 

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