„Mein Sohn kam mit einem Herzfehler zur Welt - und ich wurde zur Helikopter-Mami“ - die Geschichte einer besorgten Mutter.

„Ich dachte immer, ich wäre wahnsinnig entspannt. Der größte Teil meiner Schwangerschaft verlief ohne Probleme, ich bekam alles unter einen Hut und freute mich wahnsinnig auf die Zeit zu dritt. Aber dann kam alles anders. Einige Wochen vor der Entbindung stellte sich heraus, dass unser Baby nicht ganz gesund geboren werden könnte, und obendrein kam es zu früh. Mein Sohn kam mit einem Herzfehler zur Welt - und ich wurde zur Helikopter-Mami.

Direkt nach der Geburt verbrachten wir einige Tage im Krankenhaus. Noah* war auf der Intensivstation, und damit 24 Stunden am Tag in guten Händen. Er wurde früh operiert, nach einigen Wochen ein zweites Mal, und danach verlief alles sehr gut. Doch als wir nach Hause konnten, packte mich die Panik. Was, wenn etwas passiert? Sind das normale Mutter-Sorgen? So kannte ich mich selbst garnicht.

 

Wir waren schon einige Zeit zuhause, da verstärkten sich meine Angstzustände. Ich hatte das Gefühl, durchgehend überprüfen zu müssen, ob alles in Ordnung war. Obwohl es keinerlei Anzeichen für Komplikationen gab, seit wir daheim waren. 

Noah entwickelte sich prächtig. Mein Mann versuchte immer wieder, mir dies klar zu machen. Aber ich kam gegen die Empfindungen nicht an: Nachdem mein Sohn zunächst krank auf die Welt kam, wurde ich irgendwie zur Glucke. Auch als alles in Ordnung war, musste ich erst wieder lernen, mehr loszulassen. Ich dachte mir ‚Du warst doch immer so entspannt. Lass ein wenig los - es geht uns allen gut. Wir können glücklich sein.‘ Aber ich entspannte mich nicht.

So ging es ca. ein Jahr lang. Bis ich nicht mehr konnte. Irgendwann musste ich mir eingestehen: Ich schaffe das nicht allein. Klar, jede Mutter ist besorgt um ihr Baby. Aber ich bekam Panik, sobald ich den Kleinen nicht auf dem Arm oder direkt neben mir hatte. Mein Mann fand dann die Nummer vom Notmütterdienst heraus, der sehr schnell eine passende Betreuerin für uns fand. 

 

Die ersten gemeinsamen Tage waren nicht leicht für mich, das muss ich zugeben. Aber Sina gewann mein Vertrauen, nahm mir den Kleinen ab und half mir mit ihrer gelassenen und ruhigen Herangehensweise, auch mich wieder zu entspannen.

Sina war eine ganze Weile bei uns, und eine riesige Hilfe. Wir sind ihr sehr dankbar für das, was sie für unsere Familie getan hat. Sie war in einer Zeit da, in der ich mich selbst nicht wiedererkannte, und half uns sehr, mit der Situation umzugehen und unseren Alltag als Familie in den Griff zu bekommen. Ich kann jeder Mutter, die in welcher Form auch immer überfordert ist und Hilfe benötigt, nur ans Herz legen, sich Unterstützung zu holen. Uns hat es sehr geholfen.“

  

*Zum Schutz der Privatsphäre wurden alle Namen in diesem Artikel geändert.

 

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