Trotzphase - woher die Wut bei kleinen Kindern kommt, und wie ihr damit umgehen könnt.

Sie ist so ein niedliches Mädchen. Melli ist gerade zwei geworden, läuft mit ihrer Mutter durch den Supermarkt und hat eine Tüte mit Süßigkeiten entdeckt, die Mama nicht kaufen will. Und da wird die Prinzessin zur Furie. Sie weint, brüllt, strampelt und wirft die Arme um sich. Melli ist trotzig und wirkt wirklich sauer. Jetzt muss Mama einen kühlen Kopf bewahren.

Trotz scheint oftmals unvermittelt aufzutauchen und zeigt sich in den verschiedensten Situationen: Beim Zu-Bett-Gehen, beim Essen, beim Anziehen… In diesem Artikel erklären wir euch, woher die Wut kommt und wie ihr damit umgehen könnt.

 

Woher kommt die Wut?

 

In eine derartige Trotzphase kommt eigentlich jedes kleine Kind. Sie beginnt oftmals mit ca. 1,5 Jahren und endet rund um das dritte Lebensjahr. Viele sprechen hierbei auch von der „kleinen Pubertät“, was garnicht so falsch ist.

In diesem Alter lernen Kinder, sich selbst als Individuum zu begreifen. Bis hierhin völlig abhängig von Mama und Papa, beginnen die Kleinen nun, eigene Ziele verfolgen zu wollen. Sie fühlen sich nicht mehr als Einheit mit ihren Eltern, sondern entdecken eigene Bedürfnisse und erkunden Teile der Welt selbstständig. In dieser Zeit möchten sie ihren Eltern etwas entgegensetzen.

 

Es ist ein klares Zeichen: „Ich hab meinen Willen und ich will das jetzt so“. In dieser Phase befinden sich Kinder in einem offensichtlichen Konflikt: Sie wollen etwas, können oder dürfen es aber noch nicht. Dadurch entsteht Frustration, die zu eben jenen trotzigen Reaktionen führt, die wir so gut kennen. Mit dem Frust umzugehen, haben Kinder in diesem Alter noch nicht gelernt, und so fällt es ihnen schwer, sich im Zaum zu halten.

 

Wie gehe ich als Elternteil damit um?

 

Wichtig ist jetzt vor allem, einen kühlen Kopf zu bewahren. Dagegen anzubrüllen oder einfach alles zu erlauben, damit das Kind im Supermarkt Ruhe gibt, ist nicht förderlich. Bleib bei deinem Nein, denn letzten Endes müssen Kinder auch lernen, dass Strampeln und Brüllen nicht zum gewünschten Ergebnis führen. Signalisiere aber auch, dass du bereit bist, darüber zu reden. Am besten ist es, den tobenden Wutanfall kurz abzuwarten und erst dann konstruktiv zu reagieren. Oftmals hilft es auch, das eigene Kind einfach in den Arm zu nehmen oder zu trösten, um Verständnis für die Situation zu signalisieren.

 

Die Selbstständigkeit von Kindern fördern

 

In einer Zeit, in der Kinder ihre Eigenständigkeit entdecken, ist es besonders wichtig, diese auch zu fördern. Natürlich sollten Wutanfälle nicht durchgewunken werden, aber wir können dort Freiheiten einräumen, wo Kinder wirklich etwas allein entscheiden können. Warum sollen sie sich beispielsweise nicht allein anziehen, auch wenn dann mal die Socken nicht zusammen passen? Am besten plant ihr dafür genug Zeit ein, damit das positive Erlebnis nicht durch Stress geschmälert wird. 

Für Kinder ist die Erfahrung, etwas zu wollen und dieses auch tun zu können, besonders wichtig und bestärkt sie in ihrem jungen Selbstbewusstsein. Und wer Erfolge sieht und weiß, dass er Dinge selbst bestimmen darf, lernt auch, leichter mit Frust und Wut umzugehen. 

So anstrengend diese Phase für Eltern auch oftmals ist - sie ist ein wichtiger Schritt jedes Kindes in ein selbstbestimmtes Leben. 

 

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