"Und dann kamst du. Ganz ehrlich: Die ersten Wochen mit dir fielen deiner Mama nicht leicht. Aber wir haben es gemeistert."

„Wir wollten schon immer Kinder. Mein Mann und ich sind zusammen, seit wir Anfang 20 sind. Gerade im Studium angekommen und die Vorzüge dieser wundervollen Stadt kennenlernend, entwickelten wir beide uns zu Individualisten, die durchaus viel Zeit für sich brauchten - zu zweit und allein. Dennoch war immer schon klar: Irgendwann gibt es eine gemeinsame Familie.

Mit 30 war es so weit. Wir lebten mittlerweile seit fünf Jahren zusammen, und hielten uns für Familienbereit. Die Schwangerschaft war wundervoll. Wir bereiteten uns gemeinsam vor, so gut es eben ging, und freuten uns schon wahnsinnig auf die Zeit zu dritt. 

Und dann kamst du auf die Welt. Ganz zerknittert und verschmiert, und es war Liebe auf den ersten Blick. Alles lief so reibungslos, dass wir es kaum glauben konnten. Wenige Zeit im Krankenhaus, dann ab nach Hause. Eingewöhnen als Familie. Ganz ehrlich: Die ersten Wochen mit dir fielen deiner Mama nicht leicht. Aber wir haben es gemeistert.

 

Die ersten Nächte schlief ich kaum. Ich sah dich immerzu an, überglücklich und ängstlich zugleich. Du hast unser Leben auf dem Kopf gestellt, und wir liebten jede Sekunde daran. Sogar die, in denen du uns quasi angebrüllt hast, weil du müde warst oder Bauchweh hattest. 

Nach wenigen Wochen war klar: Am Entspanntesten waren wir zu zweit. Wenn du in deinem Tragetuch an mir hingst, konnten wir alles gemeinsam machen. Naja, fast alles. Man war eben auch niemals allein.

 

Brauchte ich vorher mindestens zwei Abende die Woche für mich, konnte ich jetzt im Grunde nichtmal mit geschlossener Tür duschen. Die Umstellung fiel mir nicht leicht. Du ließt es dir zwar gefallen, im Kinderwagen gefahren zu werden, aber irgendwie schienst du sofort unzufrieden, sobald ich drei Meter von dir entfernt war, selbst im eigenen Wohnzimmer. Da wurde duschen schon zu einer echten Herausforderung. 

Manchmal stand ich unter der Brause und musste lachen. Über die Absurdität, dass dir genau dann einfiel, dass irgendetwas nicht ok war. Und über die Absurdität, dass ich früher mindestens 15 Minuten unter dem fließenden Wasser stand. Jetzt reichten zwei - mit Rasur und Haare waschen. 

 

Ich will nicht lügen meine Kleine, es war nicht immer leicht für mich. Die Wohnung sah aus wie das reinste Chaos, obwohl ich den ganzen Tag zuhause war. Ein ganzer Abend für mich wäre ein Segen gewesen. Ich war überfordert, und mit einem kleinen Baby am eigenen Körper kann man zwar vieles machen, aber eben auch nicht alles. Irgendwie ging es schon. Spätestens wenn abends Papa nach Hause kam und dich auf den Arm nahm, huschte ich schnell durch die Wohnung und tat die Dinge, die mit Kind vor der Brust nicht so gut funktionieren.

Ich war wahnsinnig dankbar, dass du dich hast tragen lassen, in diesem wunderbaren blauen Tragetuch von Oma, das mehr zu unserem Dauerkleidungsstück geworden ist, als diese rote Lederjacke in meiner Studienzeit. Dadurch ging es einfacher. Aber ich weiß: Auch wenn es nicht gegangen wär, hätten wir eine Lösung gefunden. Denn die gibt es immer. Niemand ist allein.

 

Warum ich all das aufschreibe? Weil ich glaube, dass es vielen Müttern ganz genau so geht. Die ersten Wochen mit dem eigenen Kind können extrem fordernd sein. Wenn mir mal alles zu viel wurde, wusste ich, dass es nicht daran lag, dass ich versagte, sondern dass ich einfach überfordert war. Und ich möchte jede überlastete Mutter dazu ermuntern, sich Hilfe zu holen, wenn es nicht mehr geht.“ 

 

Wir wissen, welch große Umstellung es ist, auf einmal für ein Baby zu sorgen. Ihr gebt alles, und ihr gebt euer Bestes. Dennoch kann es mal vorkommen, dass man sich der Situation nicht mehr gewachsen fühlt und Entlastung braucht. Dann helfen wir. Ihr wisst nicht weiter und benötigt Unterstützung? Ruft uns doch einfach mal an. 

 

 

 

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