Die Gefahr eines Burn-Out bei Überlastung ist nicht zu unterschätzen. Aber was steckt eigentlich hinter dem Begriff?

 

Burn-Out - was ist das überhaupt?

Der Begriff ‚burn out‘ kommt aus dem Englischen und heißt so viel wie ausbrennen. Genau das beschreibt den Zustand dieses Syndroms sehr gut - sich ausgebrannt fühlen. Erschöpft, überfordert, irgendwie nicht lebendig. Und das über einen längeren Zeitraum. Tatsächlich ist der Begriff garnicht so neu. Geprägt wurde er vom New Yorker Psychotherapeuten Herbert Freudenberger, der lange Zeit über seine eigenen Reserven hinaus arbeitete und dadurch in einen ‚ausgebrannten‘ Zustand kam. Seine Geschichte prägte letzten Endes diesen Begriff, der uns so allgegenwärtig scheint.

 

Was genau nun ein Burn-Out ist, darüber streitet man auch heute noch in Fachkreisen. Denn das einfache Gefühl ermattet zu sein, reicht nicht aus. Über eines sollten wir uns im Klaren sein: Jeder ist mal ausgelaugt. Im Leben gibt es immer einfache und schwierige Phasen, und manche Zeiten beanspruchen uns mehr als andere. Da ist es wichtig, zu unterscheiden, ob es sich nur um eine temporäre Erschöpfungsphase handelt, oder ob man sich tatsächlich über einen längeren Zeitraum ausgebrannt fühlt. Ein dem Burn-Out-Syndrom zugeschriebener Erschöpfungszustand ist zum einen chronisch, sprich anhaltend, und äußert sich zum anderen in der Regel sowohl körperlich als auch emotional. In seinen Symptomen weist das Burn-Out-Syndrom zahlreiche Parallelen zur Depression auf, und letzten Endes ist nicht klar, ob diese Erkrankungen tatsächlich scharf voneinander zu trennen sind.

 

Wie entsteht ein Burn-Out?

Anhaltende Überlastung und das Gefühl, einem Druck nicht gerecht werden zu können, lösen Stress und Erschöpfung aus, weil Entlastungsphasen sowohl körperlich als auch emotional wegfallen und die Betroffenen nicht „abschalten“ können. Mit dieser Art von Überlastung ist oftmals eine berufliche gemeint, jedoch kann nicht nur durch Druck im Job ein Ausbrennen entstehen. Daher ist es weder richtig, das Burn-Out-Syndrom als eine Manager-Krankheit zu bezeichnen, noch es lediglich den pflegenden Berufen zuzuschreiben, wie es lange Zeit der Fall war. Anhaltende Überlastung kann beruflich wie privat entstehen. Der Weg zum Burn-Out wird geebnet, wenn das eigene Leben aus der Balance gerät und dieser Zustand nicht wieder zurecht gerückt werden kann. Dabei spielt die Persönlichkeit des Einzelnen ebenfalls eine Rolle. Wer mit sich selbst im Reinen ist und es schafft, die eigene Balance weniger abhängig von seiner Außenwelt zu gestalten und zudem realistische Anforderungen an die eigene Person zu stellen, kann länger die Ruhe bewahren, hat sozusagen stärkere emotionale Abwehrkräfte. Grundsätzlich kann das Syndrom aber jeden treffen, der chronisch überlastet ist, sprich jeden, der über einen längeren Zeitraum mehr Energie - körperliche wie emotionale - aufbringen muss, als er zurückgewinnen kann. Es wird vermutet, dass ein Burn-Out-Syndrom nicht zuletzt mit der Verantwortung zusammenhängt, die man übernimmt. Wer viel Verantwortung hat, im Job oder privat, hat viel zu leisten und stellt oftmals hohe Erwartungen an sich selbst. Ein anhaltendes erhöhtes Stresslevel, das den Weg zum Burn-Out ebnet, kann die Folge sein.

 

Symptome und Vorbeugung

Die Symptome eines Burn-Outs ähneln denen einer Depression in hohem Maß. Dazu gehören das Empfinden einer Antriebslosigkeit und starke Müdigkeit. Der Gedanke, den Aufgaben nicht gewachsen zu sein, ist für Burn-Out-Patienten oftmals gegenwärtig, und eine starke Mutlosigkeit ist das Resultat. Nicht zuletzt begleiten auch körperliche Anzeichen wie physische Schlappheit, Kopf- oder Bauchschmerzen die emotionalen Symptome. Oftmals wird von Patienten Sinnlosigkeit und Leere empfunden.

Die Apotheken Umschau hat hier einen Test von Prof. Andreas Hillert zur Verfügung gestellt, mit dem eine erste persönliche Einschätzung der eigenen Lage vorgenommen werden kann. Der Test ersetzt keine ärztliche Meinung, er kann nur einen Anhaltspunkt zur Einschätzung des eigenen Zustandes bieten.

 

Wer sich über einen längeren Zeitraum ausgelaugt und überfordert fühlt, sollte sich zunächst eine professionelle Einschätzung durch einen Arzt einholen. Am besten ist es natürlich, dauerhaft auf das eigene Wohlergehen zu achten, um Stress zu mindern und durch das Aufrechthalten der Balance weniger anfällig zu sein. Das Überdenken des eigenen Zeitmanagements und der eigenen Erwartungen können helfen, einen realistischen Blick für die persönliche Lage zu bekommen und den Druck auf sich selbst zu verringern. Ein starkes soziales Netz aus Freunden und Familie festigt bereits vorab und kann die Stressanfälligkeit mindern, es stärkt die emotionale Abwehr. Gesunde Ernährung kann ebenfalls helfen, die Antriebslosigkeit zu verringern. Nicht zuletzt sei erwähnt, dass jeder Mensch Pausen braucht, um Geschehenes zu reflektieren und die eigenen Reserven aufzutanken.

 

All das ist natürlich keine Garantie, nicht von Überforderung getroffen zu werden. Bei anhaltender Überbeanspruchung kann es hilfreich sein, sich entlasten zu lassen. Offene Gespräche über den eigenen Zustand fördern zudem das Wohlbefinden und stärken auch das Zutrauen in sich selbst. Gebt auf euch Acht und gestaltet eure Anforderungen an euch selbst realistisch und nachsichtig.

 

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